Bella Italia! Mit dem Auto ans Mittelmeer!

Aktualisiert: 13. Aug 2020

Italien eignet sich für viele verschiedene Urlaubsarten. Sei es ein Strandurlaub, Shoppingtrip oder eine Kulturreise. Das Land vereint so vieles. Als ich wieder einmal eine Autoreise planen durfte, stand Italien ganz oben auf meiner Liste. Von Österreich, Deutschland und der Schweiz ist man in nur wenigen Stunden in dem beliebten Urlaubsland. Ich wollte aber nicht nur Baden oder Sightseeing. Ich wollte alles in nur einem 10-tägigen Urlaub miteinander vereinen. Und so machten wir uns auf nach Bella Italia!



Mailand

Die Straßen sind bis auf wenige Ausnahmen in einem sehr gutem Zustand. Somit ist das Fahren wirklich angenehm. Die meisten Autobahnen sind mautpflichtig. Wie auch in vielen anderen Ländern, wird beim Einfahren auf die Autobahn ein Ticket aus dem Automaten gezogen und die Schranken öffnen sich. Beim Verlassen wird dann für den gefahrenen Streckenabschnitt bezahlt. Entweder Cash oder mit Kreditkarte. Es ist nicht billig, aber dafür kommt man schneller voran. Für gewisse Strecken haben wir auch bewusst die Autobahn verlassen um am Strand entlang zu fahren um die schönen Buchten und das glitzernde Meer auf unserer Seite zu haben. 

Über den San-Bernardino-Pass fuhren wir also nach Mailand.

Unser Hotel hatten wir etwas außerhalb, denn die teuren Parkmöglichkeiten mitten in den Städten schrecken mich immer ab. Das Fahren ist auch meistens Chaos pur. Beim Mailänder Dom waren wir mit dem Bus in 3 Minuten. 

Der Dom ist das Wahrzeichen von Mailand. Man kann ihn sowohl von Innen als auch von oben auf dem Dach bestaunen. Über eine Treppe oder auch einen Fahrstuhl erreichbar.

Mailand ist eine Stadt der Extraklasse. Mode und Mailand gehöht zusammen, denn Designerläden der größten Modeschöpfer sind hier beheimatet. Von Versace, Prada bis Valentino. Die Via Monte Napoleone und die Via della Spinga sind ein absoluter Shopping-Hotspot. Luxusmarken aus der ganzen Welt haben sich hier niedergelassen.

Mailand eignet sich also nicht nur für Shoppingbegeisterte, sonder auch für Kulturliebhaber. In meiner Top 10 Liste der schönsten Städte werdet ihr Mailand aber nicht finden. Dazu fehlt das gewisse Etwas. 




Zoagli


Ich bin mir sicher, dass ihr noch nie was von diesem kleinen Örtchen an der Westküste von Italien gehört habt. Mir ging es vor unserem Urlaub genauso. Ich habe mich für Zoagli entschieden, weil ich nach dem touristenreichen Mailand, die Ruhe und den italienischen Flair genießen wollte. Auch Poeten und Maler wie Friedrich Nietzsche, Ezra Pond und Vasilij Kaninskij verbrachten hier ihre Ferien. Die vielen verwinkelten Gassen und kleinen Cafes laden zum Verweilen ein. Das Küstenstädtchen ist ein echter Geheimtipp. Wer große Hotelketten möchte, sucht hier vergebens. Der Strand ist sehr felsig und steinig. Dafür ist das Wasser glasklar. Am "Spiaggia di Zoagli" kann man sich auch Liegen und Sonnenschirme mieten. Es verirren sich nicht viele Touristen hierher.




Abends machten wir dann noch einen kleinen Ausflug mit dem Zug nach Rapallo. Ein schöner Küstenort, nur 30 Minuten von Zoagli entfernt. Zahlreiche Palmen, pastellfarbene Villen und blühende Gärten erwarteten uns. Ein Traum. Der Hafen von Rapallo ist wunderschön und man kann die großen Segelschiffe beobachten.




Pisa


Wenn man über Italien spricht, kommt nicht daran vorbei. Der schiefe Turm von Pisa. Für viele der Inbegriff Italiens. Das Wahrzeichen befindet sich auf der Piazza dei Miracoli, wo auch der Dom, Das Baptisterium und das Composanto zu finden sind. Mit Bussen und Autos reisen zahlreiche Touristen an. Unser Hotel war nur wenige Minute entfernt, so dass wir zu Fuß unterwegs waren. 

Man sieht die typischen Posen der Besucher, als würden sie den Turm stützen. Natürlich musste auch ich so ein Foto haben. Wir haben in Pisa übernachtet, da unsere Fähre zur Insel Elba bereits früh am Morgen ablegte und es von Pisa nach Piombino ca 1,5 Stunden Fahrtstunden waren. Somit hatten wir einen ganzen Tag für Pisa eingeplant. Das war jedoch eindeutig zu viel, denn in ein paar Stunden hat man bereits alles gesehen. 




Es gibt geführte Touren, man kann aber auch alles auf eigenen Faust erkunden. Das ist uns immer lieber, denn es ist günstiger und die Informationen können meistens selber gelesen bzw. recherchiert werden.

Übrigens: Der Legende nach hat der aus Pisa stammende Galileo Galilei bei Fallversuchen vom Turm die Fallgesetze entdeckt. 





Elba

Elba war mit das absolute Highlight unserer Rundreise. Die Insel kann auch gut als ein Juwel Italiens bezeichnet werden. Die Strände sind einfach nur traumhaft.

Am Hafen von Piombino angekommen, muss man sich aber zuerst erkundigen, wo und wann die Fähre ablegt, denn von diesen stehen etliche am Hafen. Große Kreuzfahrtschiffe, sowie kleinere Passagierfähren. Man sollte also früh genug am Hafen sein. Das Auto wird selbst in die Fähre gefahren. Alles unter Aufsicht natürlich. Die Überfahrt dauerte etwa eine Stunde. An Bord kann man Getränke und kleine Speisen erwerben. Und es gibt innen wie auch außen genügend Sitzmöglichkeiten. Natürlich hielten wir uns lieber draußen auf, obwohl es ziemlich windig war.

In Portoferraio angekommen, fuhren wir mit unserem Auto wieder aus der Fähre und machten uns auch den Weg nach Fetovaia zu unserem Hotel. Die Insel ist nicht groß, wir hatten sie in etwa 3 Stunden mit dem Auto umrundet. 





Fetovaia befindet sich an der Süd-Westküste von Elba und hat einer der schönster Strände der Insel. Die Farben des Meeres reichen von Tiefblau bis Smaragdgrün. Am Strand war relativ viel los, aber nie überlaufen. Im Ort gibt es nicht viel. Einige kleine Restaurants und Bars. Deshalb fuhren wir abends und zum Einkaufen in das 10 km entfernte Marina di Campo. Der wohl bekannteste Ort auf der Insel Elba. Mit großem Fischerhafen und langem Sandstrand wird einem hier auch einiges geboten. Die Parkplatzsituation ist aber nicht ganz einfach, sehr versteckt und meistens besetzt. Außerdem muss immer ein Parkticket gelöst werden. In Marina di Campo kann man sehr gut den Tag mit einer köstlichen Pizza ausklingen lassen. Mein Geheimtipp ist das "La Cantina del Mare". Das Essen war vorzüglich. Einige Kellner sprechen sogar deutsch, denn ein Großteil der Touristen kommen aus Österreich, Deutschland oder der Schweiz. 





Für alle, die ihre Zeit nicht ausschließlich am Strand verbringen möchte, gibt es noch den Monte Capanne. Mit 1019 meter über dem Meeresspiegel, die höchste Erhebung der Insel. Es gibt viele Wanderwege in diesem Gebiet. Aber ich kann euch eine Fahrt in der Seilbahn empfehlen. Man steht in einer Art Käfig und lässt sich so etwa 20 Minuten auf die Spitze des Monte Capanne fahren. Da es auf der Insel generell sehr windig ist, wird die Fahrt zu einem kleinem Abenteuer. 






Oben angekommen kann man ein einzigartiges Panorama genießen. Wenn die Sicht klar ist, kann man sogar Korsika und das italienische Festland erkennen. Der Ausblick ist absolut unschlagbar. Der Wind ist hier sehr stark und man sollte eine leichte Jacke mitnehmen. 




Florenz


Florenz ist bis heute eine der schönsten Städte, die ich besucht habe. Sie strotzt nur so von Romantik. Ich mag den historischen Charme und für mich ist Florenz der Inbegriff für Italien. Vor Rom war sie sogar kurzzeitig die Hauptstadt.

In der wunderschönen Toskana gelegen, war die Fahrt hierher bereits unglaublich schön. Riesige Sonnenblumenfelder und zauberhafte Zypressen und Pinien prägen die Landschaft.

Vor den Toren der Stadt kann man dann auch sehr früh die Kathedrale mit ihrer gewaltigen Kuppel erkennen. Eine absolute Meisterleistung des Architekten Filippo Brunelleschi. In Florenz waren zahlreiche Kunstschaffende beheimatet. Darunter Leornado da Vinci, Michelangelo und Galileo Galilei. Und sie sind allgegenwärtig. Sei es in Form von Museen, Schulen oder der berühmten David-Statue von Michelangelo. Die Geschichte ist ein großer Teil dieser Stadt und macht den Flair aus. 




Die Ponte Veccio, eine der ältesten Segmentbogenbrücken der Welt, gehört für mich auch auf die Liste der Sehenswürdigkeiten in Florenz. Es handelt sich um eine Fußgängerbrücke mit zahlreichen Juwelieren und kleinen Läden auf den Seiten.





In Florenz gibt es sehr viele Straßenhändler, die den Touristen billige und gefälschte Waren verkaufen möchten. Davon solltet ihr besser die Finger lassen. 




Rimini


Im Gegensatz zur Elba ist es in Rimini weniger ruhig. Um ehrlich zu sein: Es ist heillos überlaufen. Zumindest in unserem Reisezeitraum Mitte Juli. Am Strand reiht sich eine Liege an die andere. Man liegt hier wie die Sardinen in der Sonne. Idyllisch und schön ist was anderes. Das Meer ist aber sehr warm und man kann viele Muscheln sammeln. Da der Strand sehr flach ins Meer verläuft, ist das auch ideal für Familien mit Kindern. 





Abends tummeln sich massenhaft Menschen in den Straßen und Bars herum. Denn Rimini ist auch bekannt für seine Partys. Man findet überwiegend deutschsprachige Touristen vor. Die Restaurants und Pizzerien sind meistens auch schon voll und deshalb sollte man sich früh genug auf die Suche nach einem schönen Plätzchen für die restlichen Abendstunden machen. Wer also den Trubel mag ist in Rimini goldrichtig. Für Ruhesuchende bieten sich viele andere Orte Italiens an.


Venedig


Wenn es eine Stadt gibt, die meiner Meinung nach überbewertet wird, dann ist es Venedig. Natürlich denkt man an die schönen, romantischen Brücken, und die alten historischen Gebäude. Das ist auch wirklich so, jedoch sollte man sich nicht zu viel erwarten. 

Denn Vorstellung und Realität liegen oft meilenweit auseinander. Die Brücken sind vollgestopft, so dass es schwierig ist ein schönes Foto ohne fremde Menschen zu schießen. Versteht mich nicht falsch, Venedig ist wirklich schön aber der Charme geht dadurch natürlich verloren und gilt mittlerweile als abschreckendes Beispiel für Massentourismus. Riesige Kreuzfahrtschiffe liefern täglich tausende Passagiere ab. Und während die Zahl der Touristen steigt, ziehen jedes Jahr 1000 Venezianer weg. Das ist absolut erschreckend.


Aber auch wie Preise sind enorm. Selbst für einen Ceasar Salad oder einen Cappucino am Markusplatz muss man ein kleines Vermögen bezahlten. Man sollte die touristischen Pfade verlassen, um einige kleine aber genauso schöne Brücken und fast leere Gassen zu entdecken. Die Kanäle sind von den Gondeln auch stark befahren, so dass teilweise gar kein weiterkommen möglich ist. Außerdem ist hier Vorsicht geboten, denn einige Gondoliere wollen damit die Touristen auf Ohr hauen.

Man sollte sich dieser Dinge bewusst sein und nicht mit den falschen Erwartungen nach Venedig reisen. Natürlich spielt auch der Reisezeitraum eine Rolle. Im Hochsommer, sowie während der Biennale und dem historischen Karneval ist nicht der idealste Zeitpunkt. 

Wie ich in einem anderen Artikel bereits geschrieben habe, ist der Ort Chioggia eine schöne Alternative zu Venedig.




Gardasee

Unser letze Station war der Lago die Garda. Der größte See Italiens. Und ein beliebtes Urlaubsziel der Deutschen und Österreicher. Er gehört zu den Regionen Verona, Brescia und im Norden zu Südtirol.

Gewohnt haben wir in Bussolengo, ca. 20 Autominuten von Garda entfernt.




Die Angebote an Aktivitäten am Gardasee ist wirklich groß. Der Safaripark "Parco Natura Viva", durch den man mir dem eigenen PKW durch das Gelände fährt. 

Das Gardaland, ein großer Freizeitpark für die Groß und Klein. Und das historische Schloss von Sirmione, welche mit seinen Türmen und Zinnen eine Besichtigung wert ist. 



Was ich auch sehr gern mag sind Wochenmärkte. Auch hier am Gardasee finden täglich solche statt. Von Obst und Gemüse bis hin zu Kleidung und Souvenirs ist alles zu finden. Auf dem Markt konnte ich auch das ausgezeichnete Olivenöl vom Gardasee kaufen. Ein kulinarisches Highlight. Die typischen italienischen Märkte sind immer einen Besuch wert.



Sonstiges


Wenn ihr in Italien in einer Pizzaria oder Ristorante gegessen habt und die Rechnung bekommt, wundert euch nicht wenn diese etwas höher ausfällt, denn es ist üblich eine Benutzungsgebühr für das Besteck zu bezahlen. Diese ist in der Regel 1-5€ und es steht so in Speisekarte im Kleingedruckten. Auch ist es in Italien nicht gern gesehen, wenn man getrennt zahlen möchte. Also einfach alles zusammen bezahlen und im Nachhinein ausrechnen. Außerdem solltet ihr beim Betreten des Restaurant immer auf einen Kellner warten, der euch einen Tisch zuweist, denn das selbstständige Setzten auf einen freien Tisch gilt als unhöflich.