Das eindrucksvolle Wildkirchli auf der Ebenalp

Aktualisiert: 13. Aug 2020

Ein Besuch der Ebenalp stand bei mir schon länger auf dem Plan. Nur zu gerne wollte ich das urige Berggasthaus sehen, welches sich perfekt in die steile Bergwand der Ebenalp einfügt, sowie die beeindruckenden Höhlen und den wunderschönen Ausblick bis weit über den Bodensee hinaus. Ein Ausflug in diese Region hat also wirklich einiges zu bieten!




Wandern oder doch lieber mit der Bahn


Die Schweiz ist ja nun wirklich nicht bekannt für ihre günstigen Preise. Wobei eine Berg- und Talfahrt mit der Ebenalpbahn, mit 31,- CHF pro Person noch recht günstig ist. Zumindest im Vergleich zu der Säntis-Schwebebahn (54,- CHF) oder der Seilbahn zum Hohen Kasten (42,- CHF). Als wir an diesem Sonntag mitten im August in Wasserauen ankamen, staunten wir nicht schlecht. Noch nie hatten wir so einen Andrang in diesem Wandergebiet erlebt. Autos so weit das Auge reichte. Wir waren ja jetzt doch schon öfters in dieser Gegend, da sich hier auch der Ausgangspunkt zum Seealpsee befindet. Der kleine Ort Wasserauen bestand eigentlich nur noch aus Parkplatz und Autos. Sogar die umliegenden Wiesen mussten bereits zum parken herhalten. Für 3,- CHF pro Tag durften wir dann unser Auto auf einer Wiese - neben dem sonst kostenlosen Parkplatz - abstellen. 

Eine Fahrt mit der Luftseilbahn kam für uns nicht in Frage. Nicht nur aus dem Grund, dass sich die Warteschlange am Eingang bereits bis zur Straße zog, sondern wollten wir noch einen kleinen Abstecher zum Seealpsee machen. Denn von dort aus gibt es einen schönen Wanderweg direkt zur Ebenalp. 

Schließlich machten wir uns auf den Weg zum idyllischen Seealpsee. Blau glitzerndes Wasser, tausende kleine Fische die sich im Wasser tummeln, die markanten Felsen der umliegenden Berge, die tolle Aussicht zum Säntis,... der perfekte Ort um sich zu erholen. Naja, so oder so ähnlich hatten wir ihn zumindest in Erinnerung.



Der Seealpsee


Nach etwa 45 Minuten Aufstieg erreichten wir schließlich den Seealpsee. Hunderte Touristen befanden sich bereits auf den kleinen Wanderwegen rund um den See, viele saßen in den Gasthäusern oder verbrachten ihre Zeit am Seeufer. Überall tummelten sich Menschen. Schließlich ist der Seealpsee eines der beliebtesten Ausflugsziele im Alpsteingebiet. Wer Erholung sucht, sollte sich dann vielleicht doch lieber an den Herbst oder Frühling halten. Ich freue mich auf jeden Fall wieder auf die Ruhe und die perfekten Bilder, wenn sich die umliegenden Berge im Wasser spiegeln. 


Bei unserem Besuch im Mai diesen Jahres, haben wir dort einige schöne Stunden verbracht. Der See war so ruhig und tausende schöne Märzenbecher sprießten aus der Erde. Die komplette Wiese war mit ihnen übersät. Die umliegenden Berge waren noch leicht mit Schnee bedeckt. Die Umrundung des Sees kann ich euch nur empfehlen.





Einige Meter vor dem Seealpsee befindet sich dann auch der Wanderweg zur Ebenalp. Dieser führ teilweise durch den Wald, was an diesem heißen Nachmittag das Wandern etwas angenehmer machte. Durch den vielen Regen die Tage zuvor, war der schmale Weg noch etwas rutschig und schlammig. An den meisten Stellen ist der Weg mit einem dicken Stahlseil gesichert. Nichtsdestotrotz steht ganz oben ein Schild, dass man beim Abstieg seine kleinen Begleiter an die Leine nehmen sollte. Doch damit sind nicht nur die Hunde gemeint. Eine sogenannte "Kinderleine" ist im Berggasthof Äscher erhältlich und soll Kindern einen sicheren Abstieg ermöglichen.

Wir haben ja fest damit gerechnet während des Aufstiegs, einen wunderbaren Blick über den Seealpsee zu haben. Das war dann aber leider nie der Fall. 


Wildkirchle


Laut der Wegbeschreibung dauert der Aufstieg zum berühmten Berggasthaus Äscher etwa 90 Minuten. Wir brauchten etwas weniger als eine Stunde. Endlich oben angekommen erblickten wir dann auch das - seit 1846 bestehende - Gasthaus. National Geographic bezeichnete es 2015 sogar als den schönsten Ort der Welt. Mittlerweile wird das Berggasthaus von rund 200.000 Gästen jährlich besucht, sodass seit 2017 dort auch keine Übernachtungen mehr angeboten werden. Jedoch wird es bewirtschaftet, es gibt sowohl Getränke als auch warme Speisen. Für ein perfektes Foto war es allerdings zu diesem Zeitpunkt noch viel zu früh. Es befanden sich einfach zu viele Menschen in der unmittelbaren Umgebung.




Das Berggasthaus gehört zum sogenannten "Wildkirchli". Dabei handelt es sich um ein Höhlensystem, zu dem auch eine Altarhöhle (in der heute noch Messen stattfinden) und die faszinierende Bärenhöhle dazu zählen. Außerdem steht hier noch die romantische Kapelle St. Michael.


In der Bärenhöhle wurden bearbeitete Steine, Werkzeuge und Knochen gefunden, welche sich in die Zeit um 50.000 bis 30.000 v. Chr. einordnen lassen. Somit ist bewiesen, dass damals Neandertaler das Alpsteingebiet bewohnten. 

Des weiteren wurden auch Spuren von Höhlenbären entdeckt.  



Rundwanderung Ebenalp


Da wir das Berggasthaus Äscher noch zu einem späteren Zeitpunkt besuchen wollten, machten wir noch die rund 60 minütige Rundwanderung der Ebenalp. Durch die dunklen und kalten Höhlen folgt dann ein kurzer Aufstieg zur Bergstation der Luftseilbahn. Hier oben hat man dann einen wunderbaren Blick zum Hohen Kasten, das Rheintal und den Bodensee.

Unsere Wanderung führte weiter Richtung Schäfler (ein tolles Berggasthaus, welches ich unbedingt mal besuchen muss). Dieser Weg ist wenig anspruchsvoll und sollte für jeden ungeübten Wanderer leicht zu bewältigen sein. Nach einiger Zeit hat man dann auch einen wunderbaren Blick hinunter zum Seealpsee. Später führt die Route unter der Ebenalp entlang, wo man dann auch auf einige Kletterer treffen kann.




Der Weg führt dann wieder direkt zum Gasthaus Äscher zurück. Auf dem Weg kamen und doch duzende Ziegen und Schafe entgegen. 

Umso später es wurde, desto weniger Menschen befanden sich auf der Ebenalp. So bekamen wir dann doch noch die grandiosen Bilder vom Berggasthaus.




Langsam wurde es dann aber sehr ungemütlich, als sich mit den plötzlich auftauchenden Windböen, ein Gewitter näherte. Schnell machten wir noch das Bild vom Berggasthaus Äscher. Als Rückweg entschieden wir uns wieder für die selbe Route Richtung Seealpsee. Es gäbe sonst noch den direkten Weg unter der Luftseilbahn entlang zurück nach Wasserauen. 

Auf und rund um die Ebenalp gibt es zahlreiche Wanderwege. Einige Wandertouren werden wir hier sicher noch machen. Zur Schäfler-Hütte oder vielleicht sogar zum Säntis. Der Alpstein in der Schweiz zählt auf jeden Fall zu einem meinen liebsten Wandergebieten.