Wissenswertes über Florida

Aktualisiert: 13. Aug 2020

Ich dachte immer, wenn man nach Amerika reist, muss man sich davor wochenlang darauf vorbereiten, Routen planen, Informationen holen usw. Es kam mir bisher nie in den Sinn, spontan in die Staaten zu reisen. Doch als ich die verlockenden Schnäppchen-Preise bei Lufthansa entdeckt habe, musste ich zuschlagen. Also hatten wir insgesamt knapp 10 Tage Zeit. Obwohl man also relativ schnell einreisen kann muss man sich im Vorfeld natürlich trotzdem um einiges kümmern.


Vor der Einreise


ESTA


Damit man überhaupt amerikanischen Boden betreten darf, ist ein Visum nötig. Einige Länder - darunter auch Österreich, Deutschland und die Schweiz - nehmen am sogenannten "Via Waiver Programm" teil. Alle Staatsbürger dieser Länder müssen vor Beginn der Reise eine ESTA-Genehmigung beantragen. Dieser wird vom Department of Immigration ausgestellt. Voraussetzung dafür ist, dass man ein gültiges Ticket für die Rückreise bzw. Weiterreise besitzt und der Besuch nicht länger als 90 Tage dauert. 

Das Formular wird online ausgefüllt und kostet 14$ pro Antrag. Die Fragen müssen natürlich alle wahrheitsgetreu beantwortet werden. Wir haben die Genehmigung bereits wenige Stunden später erhalten. Trotzdem würde ich den Antrag so früh wie möglich stellen. Eine Adresse im Zielland muss man übrigens nicht angeben, obwohl man danach gefragt wird. Die Angabe ist aber nur optional. Somit kann man sich bereits darum kümmern, noch bevor die genaue Route bekannt ist. War in unserem Fall auch so. 



Flug buchen und VISA-Daten eingeben


Als wir den Flug von München nach Miami gebucht haben, konnten wir auch direkt (oder auch nachträglich) die Visa-Daten eingegeben. Denn die Airline ist verpflichtet, die Daten an die amerikanischen Behörden weiterzuleiten. Hier muss man dann auch eine Adresse im Zielland eingeben. Zumindest das erste Hotel sollte jetzt  also bekannt sein. 


Mietwagen


Ich würde euch auch raten, den Mietwagen schon hier in Österreich bzw. Deutschland zu buchen, da man sich so einiges an Stress sparen kann. Wir haben uns für den Anbieter "Alamo" entschieden. Die Homepage ist sogar auf deutsch und kann ganz einfach in wenigen Schritten online gebucht werden. Vor Ort bekommt man auch den Mietvertrag in deutscher Sprache. Natürlich wird man auch bei Alamo gefragt, ob man nicht doch ein größeres Auto oder sonstige Extras benötigt. Aber das ist bei jedem Mietwagenanbieter der Fall. Auch hier gibt es die Option das Auto mit leerem Tank zurückzugeben. Das würde ich euch aber nicht raten. Die Preise sind definitiv zu hoch. Wir werden auf jeden Fall wieder bei Alamo buchen. 



Auslandskrankenversicherung


Wer sich außerdem noch gegen die hohen Kosten im Krankheitsfall absichern möchte, dem kann ich nur zu einer Reisekrankenversicherung raten. Die sind nicht allzu teuer und nur für den Reisezeitraum gültig. Denn die Rechnungen müssen sofort bezahlt werden und ohne entsprechende Versicherung bleibt man auf den erheblichen Selbstkosten sitzen. Das möchte man natürlich verhindern. 



Kreditkarten


In den USA wird neben Bargeld auch hauptsächlich mit Kreditkarte bezahlt. Fast überall werden diese akzeptiert. Deshalb ist es auch ratsam, eine, oder besser mehrere, Kreditkarten einzupacken. VISA und Mastercard werden eigentlich immer akzeptiert. Nur an den Automaten an der Tankstelle wird der Chip nicht erkannt, wenn es sich um eine ausländische Karte handelt. Daher muss man den Betrag VOR dem Tankvorgang in der Tankstelle auf die Karte laden lassen und kann erst danach mit dem Füllen beginnen. Ist der Tank vor dem geladenen Betrag bereits voll, wird der Restbetrag wieder automatisch auf die Kreditkarte geladen. Gut zu wissen: In den USA fahren die meisten Autos mit Benzin. Sonst muss man das bei Anmietung des Wagens bekannt geben. Außerdem reicht es wenn man den "Regular-Benzin" tankt. Somit erspart man sich die Suche nach dem passenden Kraftstoff, wie in unserem Fall. Die Menge ist in den USA nicht in Liter sondern in Gallonen angegeben.



Strom


Aufpassen sollte man auch bei den Stromanschlüssen. In Amerika ist 110-120 Volt /60 Hz Standard. Bei Ladegeräten ist das meist kein Problem. Man sollte allerdings auf den Geräten nachsehen. Sollte hier 110-240 V / 50-60 Hz angegeben sein, reicht das für die USA aus. Ansonsten muss man einen Adapter kaufen, der den Strom umwandeln kann. Bei mir ist das nur bei meiner elektrischen Zahnbürste und bei meinem Glätteisen (beides von Braun) der Fall. Einen Adapter muss man aber sowieso kaufen, da die Steckdosen eine andere Form haben. 



Alles im Überblick


  • ESTA-Formular

  • Flug buchen

  • Erstes Hotel buchen 

  • VISA-Daten bei der Fluggesellschaft angeben

  • Mietwagen buchen

  • Kreditkarten beantragen

  • Auslandskrankenversicherung

  • Adapter für Steckdose besorgen


Die Einreise in die USA


Als wir dann nach über 10 Stunden Flugzeit in Miami landeten, mussten wir natürlich noch an den Grenzbeamten vorbei. In einer großen Halle gibt es zwei Warteschlangen. Eine für US-Bürger, die Andere für Besucher. Es stehen auch einige Automaten bereit, welche aber bei erstmaliger Reise in die Vereinigten Staaten nicht genutzt werden können. In der Halle ist außerdem das Fotografieren und Filmen verboten. Der Beamte nimmt von allen zehn Fingern Abdrücke (digital) und macht ein Foto. Außerdem stellt er einige Fragen. In unserem Fall: Der Beruf, der Grund unserer Reise, der Name des Hotels, ob es sich um den ersten Besuch handelt wie lange wir bleiben und natürlich ob wir etwas zu verzollen haben. Da wir als Österreicher von einem deutschen Flughafen aus geflogen sind, wollte er den Grund dafür auch noch wissen. Genauso wie die Frage, wann ich denn meine Haare gefärbt habe, denn auf meinem Pass war ich noch blond. Man kann übrigens auch zu zweit vortreten, auch wenn man nicht verwandt oder verheiratet ist. Noch ein bisschen Smalltalk und das war's dann auch schon. 



Tipps in Florida


Einkaufen


Florida ist ohne Zweifel ein teures Land. Aber natürlich will man sich doch etwas gönnen und nicht jeden Cent umdrehen. Schließlich befindet man sich im Urlaub. Anfangs wussten wir noch nicht viel über die Einkaufsmöglichkeiten in Florida. Natürlich habe ich - wie vermutlich jeder von euch - schon mal von "Walmart" gehört. Ein großes Einkaufscenter, in dem man anscheinend ALLES kaufen kann. Von Kleidung bis hin zu Medikamenten. Und das zu günstigen Preisen. In den ersten Tagen sind wir jedoch öfter in einen "Publix" einkaufen gegangen. Diese gibt es nur in den Südstaaten Amerikas und sie sind preislich etwas teurer. Meistens sind die Preise nur in netto angegeben. Also muss mann noch die "Tax" dazurechnen. Das ist fast überall so. So ist es passiert, dass ich in einer Starbucksfiliale das Geld passend rausgesucht habe und ich dann doch zu wenig hatte und minutenlang in meinem Rucksack nach meinem Geldbeutel gesucht habe. 




Essen und Trinken


Die Amerikaner haben ganz andere Vorlieben, was das Essen betrifft. Eines sticht besonders heraus: Fleisch. Es gibt nicht viele Speisen, die kein Fleisch enthalten. In jedem Salat, Suppe oder sonstigen Gerichten ist Fleisch oder Wurst dabei. Auch ist die Deklaration in den USA bei weitem nicht so gut wie das bei uns der Fall ist. Veganer und Vegetarier tun sich hier deutlich schwerer, denn es ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Und auch der "Cheddar Cheese", Penaut Butter und "Cereals" sind äußerst beliebt. Der "American Way of Life" ist vor Allem eines: Fettig. An jeder Ecke findet man eine Fast-Food-Kette. Sei es McDonalds, Burger King, Dunking Donuts oder Wendy's. Das spiegelt sich natürlich in den Bürgern wieder. Übergewicht ist in den USA ein sehr ernstzunehmendes Problem. Wie das Problem mit dem Plastikmüll. Alles was bei uns in Österreich bereits richtig gemacht wird, wird hier falsch gemacht. Plastiktüten bekommt man überall. Das Besteck in den Hotels war fast immer aus Plastik.

Des öfteren sahen wir diese typischen Wasserspender, bei denen man seinen Durst stillen oder die Trinkflasche nachfüllen kann. Doch leider kann man das Wasser kaum trinken. Es schmeckt viel zu sehr nach Chlor. Den Amerikanern scheint das aber nichts auszumachen, die sind das eben gewohnt. 



Autofahren


Florida ist der Bundesstaat mit den meisten mautpflichtigen Meilen der USA. Die Mautstellen befinden sich wie üblich am Beginn und am Ende der Straßen. Mann sollte sich dann immer früh genug in die richtige Spur einordnen. Dabei wird unterschieden, wie man die Maut entrichten möchte. Bei den einen kann nur "Cash" bezahlt werden, bei den anderen nur per Kreditkarte. Manchmal mit Mitarbeiter, manchmal ein Automat (man sollte Münzgeld dabeihaben). Dann gibt es noch den sogenannten "SunPass", welcher bei den meisten Mietwagen inkludiert ist. Damit kann man an den Mautstellen die Express Lane (meistens ganz links) nehmen und muss die Maut nicht direkt entrichten. Diese wird dann automatisch von der Kreditkarte abgezogen. Das Fahren an sich ist sehr einfach und ähnlich wie bei uns. Natürlich ist alles in Meilen und die Geschwindigkeitsbeschränkung in MPH angegeben. In unserem Auto gab es aber auch eine kmh-Anzeige. Da wir unser TomTom von Zuhause mitnahmen, stellten wir gar nicht auf Meilen um, sondern haben es bei den Kilometern gelassen. So konnten wir die Entfernungen besser einschätzen. Übrigens ist das Rechts-Abbiegen in Florida immer erlaubt, auch bei roter Ampel. Wer bei einer Fahrbahn mit mehreren Spuren - wie bei uns üblich -  die rechte Spur nimmt, muss besonders auf die Bodenmarkierungen achten, denn es kann passieren, dass aus dieser Spur eine Rechts-Abbiegen-Spur wird. Diese ist mit "Only" gekennzeichnet und es ist bei viel Verkehr mitunter schwer die Spur wieder zu wechseln und man ist gezwungen abzubiegen. Das ist uns leider öfters passiert. Bei Kreuzungen hängen die Ampeln auf den gegenüberliegenden Seiten. Damit beugt man diversen Verrenkungen vor, welche durch ungünstiges Positionieren einiger Ampeln entstehen können. 



Sonstiges


Die Temperatur in den USA wird in "degrees Fahrenheit" angegeben. Umgangssprachlich einfach nur "degrees". Dazu gibt es viele Umrechner, aber das hat man dann auch schnell raus. 

Es ist üblich bei gutem Service ein Trinkgeld von 15-20% zu geben. Etwas mehr als bei uns üblich.

Wie auch von anderen Stränden dieser Welt, haben wir auch aus Florida etwas Sand für unsere Sammlung mitgebracht. Das war kein Problem, Der Koffer wurde allerdings geöffnet, vermutlich nur um zu kontrollieren, dass es sich dabei nicht um Drogen handelt. Auch die Mitnahme einer gefundenen Muschel war kein Problem.